Vier Filme nach einer falschen Begebenheit

Ob inspirierendes Drama, unglaublicher Actionfilm oder schlechter Horror – Die Behauptung, Filme basieren auf einer wahren Begebenheit, wird schon lange als Mittel benutzt um Legitimität vorzutäuschen.

Dabei nehmen es die Produzenten einiger Filme nicht so genau mit der Wahrheit. Hier sind vier davon.

#1 – Das Streben nach Glück

Will Smith spielt einen alleinerziehenden Vater der vom Pech verfolgt wird. Will Smith ist auch sehr gut darin, da sein Sohn von niemand anderem als Jaden Smith gespielt wird. Er hat ständig Geldprobleme, kriegt aber einen Job angeboten – unter der Bedingung, dass er ein unbezahltes Praktikum übersteht. Teils recht deprimierend zeigt der Film eine liebevolle Vater-Sohn Beziehung die, entsprechend dem Namen des Films, inspiriert. Rührend.

Die Wahrheit:

Das Streben nach Glück basiert auf der Geschichte von Chris Gardner, einem Handelsvertreter aus San Francisco. Chris Gardner musste mit finanziellen Engpässen Leben, seine Frau verließ ihn und nahm ihren gemeinsamen Sohn mit, und Chris Gardner holte sich ihn zurück. Soviel zu den Gemeinsamkeiten, die Vater-Sohn Beziehung war allerdings nicht ganz so reizend wie im Film gezeigt. So wusste Gardner Sr. über längere Zeiträume garnicht, wo sein Sohn sich aufhält. Und verhaftet wurde er nicht wegen Parktickets, sondern häuslicher Gewalt.

 

#2 – Hurricane

Man weiß dass man es zu was gebracht hat, sobald Bob Dylan eine Song über einen schreibt. Der erfolgreiche Boxer Rubin “Hurricane” Carter wird zu unrecht des dreifachen Mordes bezichtigt und inhaftiert. Nach zwanzig Jahren Haft wird sein Fall aufgrund eines neuen Beweisstücks neu aufgerollt und er wird wieder entlassen.

Die Wahrheit

Eins nach dem Anderen – Am Anfang des Films gibt es eine Szene in der Hurricane einen schlechteren weißen Boxer nach Strich und Faden vermöbelt, doch aufgrund einer rassistischen Jury verliert er den Kampf. Sein Gegner war Joey Giardello, ein Boxer der den echten Kampf überlegen gewann und die Filmemacher aufgrund der falschen Darstellung verklagte. Und gewann.

Der wichtigere Teil an Hurricane’s Story ist allerdings der Mord. Ob er ihn begangen hat oder nicht – nicht nur hatte er schon mit vierzehn mehrere Vorstrafen durch brutale Überfälle, mit zweiundzwanzig war er aufgrund gewalttätiger Übergriffe mehrmals inhaftiert. Die Army schmiss ihn raus weil er unfähig war, sich zu benehmen. Und die Leute die ihm sein Alibi verschafften gaben zu, er hatte sie gebeten für ihn zu lügen. Die angeblichen Beweise die aufgetaucht sind und ihn entlasteten? Gab es nicht. Letzten Endes wurde er aufgrund eines Verfahrensfehlers wieder auf freien Fuß gesetzt.

 

#3 – Straight outta Compton

Produziert von Dr.Dre und Ice Cube handelt der Film von der Gründung der legendären Rapgroup NWA. Dabei bleibt der Film oft erfrischend nah an der Realität. Von den Anfängen 1986 über Boyz-n-the-Hood bis zu Dre’s Label Aftermath: Es ist eine Menge drin. Und eine Menge Unangenehmes fehlt.

Die Wahrheit

Der Teufel liegt oft im Detail. In diesem Fall liegt der Teufel in all den Fällen, in denen Dre eine Frau vermöbelt hat. Dee Barnes ist da nur das bekannteste Beispiel. Wenn es Listen darüber gibt wie viele Frauen du geschlagen hast, und Eminem darüber rappt, sollte man das Ganze vielleicht ein wenig runterschrauben.

 

#3 – Jeder Horrorfilm

Ob Filme die versucht haben im Found-Footage Stil ihre Legitimität zu erhöhen (Blair Witch Projekt mit eigener Marketingkampagne, teilweise Rec°) oder einfach nur ein schlechter Horrorfilm durchläuft um am Ende ein “…nach einer wahren Begebenheit” zu zeigen. Es ist alles Bullshit. Nehmen wir zum Beispiel Texas Chainsaw Massacre. Man sollte meinen, man hätte von dieser wahren Begebenheit gehört; aber mit den “real-life events” ist Ed Gein gemeint. Ed Gein war durchaus kein cooler Typ, aber das ist ein wenig weit hergeholt. Oder Amityville Horror: nie passiert. Die Geschichte mit dem Geist wurde bei einer Flasche Wein erfunden, der Priester hat das Grundstück nie betreten. Man könnte jede Stunde des Tages damit füllen, beschissene Horrorfilme herunterzurattern die angeblich auf wahren Begebenheiten beruhen, und das liegt nicht daran dass so viel furchteinflößender Scheiss passiert. Stattdessen gibt es einfach zu viele Marketingkampagnen denen nichts mehr einfällt.

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