Sinclair – Die größte Rundfunkanstalt der Vereinigten Staaten

Der Guardian nennt Sinclair “die gefährlichste US-Firma von der du noch nie gehört hast”. Sinclair ist die größte Rundfunkanstalt der Vereinigten Staaten — jetzt wurden Verbindungen zum Weißen Haus erkenntlich. Sinclair’s Größe und seine rechten Tendenzen sorgen dabei für Bedenken.

Im Gegensatz zu Fox News und Co. bleibt Sinclair lieber im Verborgenen. Dabei ist die Mediengruppe der größte einzelne Inhaber von Fernsehsendern in den USA. Dennoch ist sie den meisten Amerikanern völlig unbekannt. Der Gruppe wird nun vorgeworfen, enge Beziehungen zum Weißen Haus und zum Präsidenten selbst zu pflegen. Dadurch käme sie in den Genuss von Vorzugsbehandlungen.

Die Mediengruppe fährt eine offensichtliche Linie, bevorzugt konsequent konservative Kandidaten und hat eine rechtspopulistische Agenda. Die New York Times nennt die Gruppe einen “Conservative Giant”, eine neue Internetplattform der Mediengruppe Sinclair, “Circa”, sei “das neue Breitbart”. Der Vergleich hinkt, denn trotz der Prävalenz Breitbarts in der amerikanischen Politik, dem Pressezugang zum Weißen Haus den die Plattform seit Präsident Trump genießt, hat Sinclair das vielfache an Ressourcen und Einfluss.

Ein großes Bedenken bei der Verbindung von US-Regierung und Sinclair ist die Umgehung von Marktregularien, die dem Mediengiganten den nächsten großen Schritt erlauben: Die Akquise von 42 weiteren Stationen zum Preis von 3,9 Milliarden Euro. Mit dieser Akquise wäre es Sinclair möglich, drei Viertel aller US-Haushalte zu erreichen. Eine offensichtlich rechte Agenda kombiniert mit der schieren Größe des Medienhauses schürt weiter die Angst, um einen anhaltenden Rechtsruck in den USA – Im Zuge der Demonstration in Charlottesville und weiteren rassistischen Spannungen ein schlechter Zeitpunkt.

Für die rechte Agenda die Sinclair unterstellt wird lassen sich schnell Beweise finden. Die Gruppe zwingt ihre Lokalstationen, im Rahmen ihrer “must-run” Pakete Pro-Trump Nachrichten zu bringen. Eine Praxis die, wie das Nachrichtenmagazin Slate sie betitelt, “pure Propaganda nach industriellem Maßstab” ist. Sinclair verfolgt dabei eine viel subtilere Strategie als z.B. Fox News, welches klares und deutliches Branding hat. Im Gegensatz dazu wissen viele Rezipienten von Nachrichten des Medienhauses gar nicht, was sie da konsumieren. Sie werden nicht als Produkt der “Sinclair Gruppe” vermarktet.

Im letzten Jahr des US-Wahlkampfes veröffentlichte keine Sinclair-Station ein Interview mit Hillary Clinton, im Gegensatz dazu allerdings 15 “Exklusivinterviews” mit Trump, die vornehmlich in den “Swing States” verbreitet wurden. Verstärkt werden die Vorwürfe der politischen Einflussnahme durch Aussagen, Jared Kuschner habe Investoren versprochen, es gäbe einen Deal mit Sinclair um gezielt Swing States zu targeten. Dies veröffentlichte Politico bereits im Dezember 2016.

Mehr: 

The Guardian –  Politico 

 

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