Hier mal nicht in Epstein's Flieger, sondern in der Kutsche – der Duke of York © "Carfax2", Wikimedia Commons.

Prince Andrew darf nicht auf Geburtstagsfeier

Prince Andrew hat es in letzter Zeit nicht leicht – durch Zeugenaussagen, den Fall Epstein, sowie sein eigenes bizarres Interview für BBC wurde er tiefer und tiefer in einen Pädophilieskandal verstrickt. Dabei zeigt er sich wenig kooperativ, wenn zum Beispiel das FBI mit ihm sprechen will. Das ist zwar ein Ärgernis für ihn, doch jetzt kommt es erst richtig dicke.

Zwar trat Prinz Andrew nach seinem Interview von königlichen Pflichten zurück, der wirkliche Schock kommt allerdings erst jetzt: Er darf nicht auf Philip’s Geburtstag. Seine Rolle bei den Feierlichkeiten soll so weit wie möglich minimiert werden, so ein Insider gegenüber metro.co.uk. Dies reiht sich ein in die Absage seines eigenen sechzigsten Geburtstags, sowie seiner Entfernung aus Fotos von der Hochzeit seiner Tochter.

Bevor man nun allerdings Mitleid bekommt (was angebracht wäre, schließlich entspricht sein Unglück schon fast dem der Inhaftierung die vermutlich folgt, wenn er das nächste mal den Fehler macht, in die USA zu reisen) sollte man sich vor Augen halten, dass das alles halb so wild ist. Der Mann hat schließlich ein extrem schlechtes Gedächtnis. Selbst wenn er also garnicht hingeht, wird er sich vermutlich in Zukunft stattdessen in irgendeiner Pizzeria wähnen, wie in der Nacht, in der er mutmaßlich Virginia Roberts vergewaltigte. Es scheint zumindest so, wenn man sich anschaut, wie selektiv Andrew’s Erinnerung zu funktionieren scheint; dafür ist das Interview eine Goldgrube. Andrew habe das Haus des verurteilten Pädophilen Epstein zum Beispiel nur besucht, um ihm zu sagen, dass es für sie nicht angebracht wäre, sich zu treffen. Das ist laut Eigenaussage Andrew’s wirklicher fehler: Er war bei Epstein zu Gast, weil er zu aufrichtig war, ihm am Telefon zu sagen, dass er nicht mit Pädophilen assoziiert werden möchte.

Was den fraglichen Aufenthalt bei Epstein angeht (wo er Ehrengast des Tages war): Er hat nur eine ungefähre Ahnung, warum er überhaupt da war, er weiß nicht, wen er gesehen hat, wer gekommen oder gegangen ist, oder ob unter diesen Leuten minderjährige Mädchen waren. Bei dem Gedächtnis wird er auch nicht wissen, auf welche Geburtstage er geht. Es bleibt dennoch abzuwarten, ob Andrew in Zukunft noch von ähnlichen Schicksalsschlägen getroffen wird. Und überhaupt, wer noch nie die Gastfreundschaft seines wegen Pädophilie veruteilten Freundes und die seiner Menschen-handelnden Freundin genoßen hat, der, äh, werfe den ersten Stein!

Maitlis: You were invited to that dinner as a guest of honour.

Andrew: Well, I was there so there was a dinner, I don’t think it was quite as you might put it but yeah, OK I was there for … I was there at a dinner, yeah.

Maitlis: I’m just trying to work this out because you said you went to break up the relationship and yet you stayed at that New York mansion several days. I’m wondering how long?

Andrew: But I was doing a number of other things while I was there.

Maitlis: But you were staying at the house …

Andrew: Yes.

Maitlis: … of a convicted sex offender.

Andrew: It was a convenient place to stay. I mean I’ve gone through this in my mind so many times. At the end of the day, with a benefit of all the hindsight that one can have, it was definitely the wrong thing to do. But at the time I felt it was the honourable and right thing to do and I admit fully that my judgment was probably coloured by my tendency to be too honourable but that’s just the way it is.

Maitlis: Because during that time, those few days, witnesses say they saw many young girls coming and going at the time. There is video footage of Epstein accompanied by young girls and you were there staying in his house, catching up with friends.

Andrew: I never … I mean if there were then I wasn’t a party to any of that. I never saw them. I mean you have to understand that his house, I described it more as almost as a railway station if you know what I mean in the sense that there were people coming in and out of that house all the time. What they were doing and why they were there I had nothing to do with.

Interviewauszug in The Guardian

Der Arme ist ja völlig verwirrt. Da wäre ein Geburtstagsbesuch völlig fehl am Platze – viel Ruhe ist angebracht. Am besten in einem kleinen Zimmer, weit weg von all dem Trubel und der restlichen Gesellschaft.

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