Hunderttausende auf der Straße gegen Lukaschenko

Diesen Sonntag fand die bis dato größte Demonstration gegen den belarusischen Präsidenten Lukaschenko statt – mindestens 100.000 Demonstranten gingen in Minsk auf die Straße.

Lukaschenko ist seit 26 Jahren belarusischer Präsident. In der Präsidentschaftswahl am 9. August gewann er angeblich mit haushohem Vorsprung, weit vor Oppositionsführerin Sviatlana Tsikhanouskaya. Seit der Wahl kommt es regelmäßig zu Demonstrationen, während derer das Regime brutal vorgeht; führende Oppositionelle (bspw. Maria Kolesnikowa) werden entführt oder, regelmäßiger, festgenommen.

Nach Polizeiaussagen wurden allein in Minsk (Demonstrationen verteilten sich über mehrere Städte) mehr als 400 Menschen festgenommen. Zentrale Areale der Hauptstadt sind mit Stacheldraht abgesperrt und mit großer Polizeipräsenz geschützt.

Der Konflikt droht sich weiter zuzuspitzen, seit Putin russische Hilfe zugesagt hat – sowohl Russland als auch Belarus framen die Proteste als Manifestation der Einflussnahme anderer Länder. Die Frage, welche Länder das seien, die ein Interesse daran hätten Belarus zu destablisieren, bleibt allerdings unbeantwortet.

Die Europäische Union bereitet indes Maßnahmen gegen mehr als dreißig Regierungsbeteiligte vor, auf Basis von Vorwürfen der Wahlmanipulation, bis hin zur gewaltsamen Niederschlagung friedlicher Proteste.

Quellen: DW.com, Süddeutsche, Tagesschau, Reuters

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