Cambridge Analytica – Das böse Genie hinter Trump und Brexit

Die russische Verbindung zur Trumpregierung macht Schlagzeilen auf der ganzen Welt. Doch schon vor der Wahl führten russische Drahtzieher umfangreiche Desinformationskampagnen aus, in einer Dimension die noch nie da gewesen ist.

 

Diese Kampagnen wurden vor allem im Internet ausgeführt, oder dem was Donald Trump “The Cyber” nennt. Komplexe Algorithmen scannen Social-Media Profile um sie so effektiv wie möglich mit Microtargeting ins Visier zu nehmen. Wähler werden so mit maßgeschnittener Werbung manipuliert. In Anbetracht der Ursprünge von Cambridge Analytica, auf die ich gleich im Detail eingehe, ist es nicht mehr abwegig von einer feindlichen Übernahme der amerikanischen Regierung zu sprechen. Warum solche versuche bisher scheiterten? Weil die Vereinigten Staaten keinen Commander in Chief hatten, der unter anderem russische Propagandaartikel zitiert die daraufhin ohne jede Spur verschwinden – kurz, weil bisher kein Präsident so offensichtlich als Werkzeug genutzt wurde.

Cambridge Analytica

Die Firma war 2014 in vierundvierzig verschiedenen US-Wahlkämpfen involviert. Sie wird zu einem großen Teil von Robert Mercer finanziert – der gleiche Robert Mercer der sich mit einem Investment von zehn Millionen Dollar an Breitbart beteiligte, Stephen Bannons rechtsaußen-Propagandaseite die er 2016 verließ.

Robert Mercer finanzierte nicht nur Cambridge Analytica, sondern auch Trump und seinen Wahlkampf – darüber hinaus spielte er eine wichtige Rolle als Geldgeber der Leave Bewegung in Großbrittanien. Mit der Wahl Trumps zum US-Präsidenten und dem Brexit wird Mercer damit zum wichtigsten Vertreter russischer Interessen weltweit.

Cambridge Analytica selbst ist verworren in einem Firmengeflecht von Holdings und russischen Banken. Die Technologie von Cambridge Analytica basiert zum großen Teil auf der Arbeit des Akademikers Michal Kosinski, der verständlicherweise nichts mit der Firma zu tun haben wollte. Er entwickelte Technologien zum Profiling von Personen auf Basis von Nutzungsdaten von Facebook, Smartphones und Co.

Präsidentschaftswahl

Die Rolle des Netzwerks Cambridge Analytica und Breitbart ist bei den US-Präsidentschaftswahlen nicht zu unterschätzen. Ted Cruz stieg mit Cambridge Analytica zuerst zum stärksten Konkurrenten Trumps auf – dann verhalf die Firma Donald Trump zum Präsidenten. Dabei wurde der orangene Präsident nicht allein durch die Arbeit der Firma in die Präsidentschaft gehievt: Vielmehr wurden Trump durch gezieltes Targeting die wenigen nötigen Prozente verschafft, die den Unterschied machen. Die Diskussion ob die Arbeit von Firmen wie Cambridge Analytica demokratiefeindlich sei ist nichtig, wenn sie benutzt wird, um Wahlen zu beeinflussen.

Brexit

Mittlerweile ist es anerkannte Tatsache, dass Robert Mercer der Leave-Bewegung die Dienste von Cambridge Analytica anbot – kostenlos. Weiterhin ist bekannt, dass eine der beiden Leave-Bewegungen diese Dienste in Anspruch genommen hat. Der Brexit wurde mit 53,4% der Stimmen entschieden – Es ist nicht aus der Luft gegriffen zu diskutieren, eine Firma die sich damit brüstet ein soziales Profil von über 200 Millionen Amerikanern erstellt zu haben, könne der Leave-Bewegung die nötigen Stimmen verschafft haben.

Wenn hochkomplexe Technologien dazu verwendet werden Wähler zu beeinflussen, um sie dazu zu bringen fremde Interessen zu vertreten, dann ist es nicht eine Frage des Umfangs. USA und Europa müssen eine geschlossene Front gegen solche Taktiken bilden. Diese Taktiken und Kampagnen können zwar nicht vollkommen ausgemerzt werden, aber hier muss Europa zeigen, dass auch uns der freie Wille wichtig ist.

 

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